Bauen im Bestand

Alles Rund um das Thema Bauen im Bestand
Deckenarbeiten an einem historischen Gebäude © viappy / Adobe Stock
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Bauen im Bestand: Chancen, Herausforderungen und erfolgreiche Strategien

Bauen im Bestand ist die Zukunft der Baubranche: Angesichts knapper Flächen, steigender Baukosten und ambitionierter Klimaziele rückt die Revitalisierung bestehender Gebäude in den Fokus. Ob Sanierung, Umnutzung, Erweiterung oder Aufstockung – das Bauen im Bestand bietet enorme Potenziale für Wertsteigerung, Ressourcenschonung und nachhaltige Stadtentwicklung. Dieser Artikel beleuchtet die strategischen Vorteile, typischen Herausforderungen und Best Practices für alle Gebäudetypen.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Bauen im Bestand?

Warum Bauen im Bestand? Strategische Vorteile

Typische Maßnahmen beim Bauen im Bestand

Herausforderungen und wie man sie meistert

Bauen im Bestand: Was ist zu beachten?

Genehmigungsverfahren und rechtliche Aspekte

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Rolle des Architekten beim Bauen im Bestand

Praxisbeispiele

Fazit

Was bedeutet Bauen im Bestand?

Bauen im Bestand umfasst alle baulichen Maßnahmen an bestehenden Gebäuden, die deren Wert steigern, die Nutzung optimieren oder die technische Substanz erneuern. Im Gegensatz zum Neubau wird die vorhandene Bausubstanz genutzt und weiterentwickelt. Dazu gehören:

Bauen im Bestand ist keine Notlösung, sondern eine strategische Entscheidung für Ressourcenschonung, Kosteneffizienz und nachhaltige Stadtentwicklung.

Warum Bauen im Bestand? Strategische Vorteile

1. Ressourcenschonung und Klimaschutz

Der Bausektor ist für etwa 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Bauen im Bestand spart graue Energie (in Baustoffen gebundene Energie) und reduziert Abfall:

2. Wirtschaftlichkeit

Bauen im Bestand kann wirtschaftlicher sein als Abriss und Neubau:

Verwendung: Teerkleber für Parkett, Bitumenbahnen, Dichtungsmassen
Gesundheitsrisiko: Krebserregend, schädigt Haut und Atemwege
Baujahre: 1950-1980
Sanierung: Fachgerechte Entfernung nach TRGS 551

3. Soziale und städtebauliche Vorteile

Typische Maßnahmen beim Bauen im Bestand

Sanierung und Modernisierung

Umnutzung

Erweiterung und Aufstockung

Herausforderungen und wie man sie meistert

Fehlende oder unvollständige Bestandsdokumentation

Problem: Pläne fehlen, Tragstrukturen sind unklar, versteckte Mängel
Lösung: Umfassende Bestandsaufnahme mit Laser-Scanning, Bauteilöffnungen, statische Prüfung

Technische Anpassungen an aktuelle Standards

Problem: Schallschutz, Wärmeschutz, Barrierefreiheit, Brandschutz entsprechen nicht den aktuellen Normen
Lösung: Kompensationsmaßnahmen, Ausnahmegenehmigungen, schrittweise Ertüchtigung

Bauen im Bestand: Was ist zu beachten?

Genehmigungsverfahren und rechtliche Aspekte

Baumaßnahmen im Bestand sind grundsätzlich genehmigungspflichtig, sobald sie über reine Instandhaltung hinausgehen. Relevant sind:

Tipp: Die Einbindung erfahrener Architekten und Fachplaner von Beginn an beschleunigt das Genehmigungsverfahren und vermeidet kostspielige Nachbesserungen.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Kosten für Bauen im Bestand variieren stark je nach Umfang und Gebäudezustand. Vergleich Bestand vs. Neubau:
Neubau: 2.500-4.500 Euro/m² (Mehrfamilienhaus, mittlerer Standard)
Bestand: Oft 20-40 Prozent günstiger bei vergleichbarer Qualität

Wichtig: Versteckte Mängel können die Kosten erheblich erhöhen. Ein Risikopuffer von 15-25 Prozent ist realistisch.

Schadstoffsanierung bei laufendem Betrieb

Bauen im Bestand ist ein zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Durch Bestandserhalt werden:

EU-Taxonomie und ESG: Für institutionelle Investoren wird Bauen im Bestand zunehmend relevant, um ESG-Kriterien zu erfüllen und Stranded Assets zu vermeiden.

Die Rolle des Architekten beim Bauen im Bestand

Architekten mit Spezialisierung auf Bauen im Bestand bringen entscheidende Kompetenzen mit:

Ein erfahrener Partner kann oft den Unterschied zwischen einem wirtschaftlichen Erfolg und einem kostenintensiven Projekt machen.

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Umnutzung Bürogebäude zu Wohnungen

Objekt: Ehemaliges Bürogebäude, Baujahr 1985, 3.200 m²
Maßnahme: Umnutzung zu 28 Wohnungen

Besonderheiten: Grundrissanpassung, neue Sanitärkerne, Schallschutz, Balkonanbauten
Ergebnis: 30 Prozent günstiger als Neubau, Fertigstellung 18 Monate

Beispiel 2: Aufstockung Mehrfamilienhaus

Objekt: Mehrfamilienhaus, Baujahr 1960, 4 Etagen
Maßnahme: Aufstockung um 2 Etagen (6 neue Wohnungen, 480 m²)

Besonderheiten: Statische Ertüchtigung, Leichtbauweise, modulare Fertigung
Ergebnis: Flächengewinn ohne zusätzlichen Grundstücksbedarf, Wertsteigerung gesamtes Gebäude

Beispiel 3: Revitalisierung Industriehalle

Objekt: Ehemalige Fabrikhalle, Baujahr 1925, 6.500 m²
Maßnahme: Umnutzung zu Büro- und Gewerbeflächen

Besonderheiten: Denkmalschutz, Erhalt der historischen Fassade, neue Gebäudetechnik, Brandschutz
Ergebnis: Attraktive Loftflächen, hohe Nachfrage, Beitrag zur Quartiersentwicklung

Fazit

Bauen im Bestand ist keine Kompromisslösung, sondern eine strategische Entscheidung für Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Stadtentwicklung. Die Herausforderungen sind real – fehlende Dokumentation, technische Anpassungen, unvorhersehbare Kosten – aber mit professioneller Planung, erfahrenen Partnern und realistischer Budgetierung sind sie beherrschbar.

BESTAND BEYOND begleitet Sie durch alle Phasen des Bauens im Bestand – von der Bestandsanalyse über die Machbarkeitsstudie bis zur Umsetzung. Als Teil der STRABAG-Gruppe verfügen wir über umfassende Expertise in Sanierung, Umnutzung und Revitalisierung für alle Gebäudetypen und Nutzungsarten.