Hildegard-von-Bingen Gymnasium
Im Auftrag der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln realisiert der Bereich Bauen im Bestand der Direktion NRW die Sanierung und den Umbau der Hildegard-von-Bingen-Schule im Stadtteil Sülz als Generalunternehmer. Die ca. 1960 gebaute Schule umfasst drei miteinander verbundene Gebäudetrakte, mit je drei, bzw. zwei Geschossen. Angrenzend dazu befinden sich Aula, ehemalige Sporthalle, sowie ein Neubau mit einer Sporthalle auf dem Grundstück. Im Zuge der Sanierung wurde die ehemalige Sporthalle zu einer Mensa mit Ganztagsräumen umgebaut. Diese bietet Platz für rund 200 Schülerinnen und Schüler, sowie dem Küchenpersonal eine vollständige Küche, Lager- und Personalräume.
Vor Beginn der Umbauarbeiten wurde das Gebäude auf Schadstoffe und Betonschäden untersucht. Die bei der Analyse festgestellten Schadstoffe wurden fachgerecht entfernt und entsorgt. Ebenfalls wurden die beachtlichen Betonschäden behandelt und instandgesetzt.
Unter besonderem Augenmerk steht außerdem der Denkmalschutz, der hier seit 1980 gilt. Im Vorfeld wurden dafür Proben dem Gebäude entnommen und analysiert, um die originalen Farbtöne und Materialien zu rekonstruieren. Auf dieser Grundlage wurde die gesamte Sanierung in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde geplant und umgesetzt.
Um die äußere Erscheinung des Schulgebäudes zu bewahren, wurden die Fassadenelemente in den Originalfarbtönen gestrichen und eine Glasbausteinfassade im Stil der 60er Jahre errichtet. Eine weitere Anforderung des Denkmalschutzes war es, dass die technischen Dachaufbauten, wie Lüftungsgeräte, nicht auf dem Dach positioniert werden dürfen. Dafür wurde in die ehemalige Sporthalle ein Zwischengeschoss aus Sichtbeton eingezogen. Dieses grenzt einseitig an eine Außenwand und steht sonst auf eingezogenen Zwischenwänden, um den Blick auf die Oberlichter nicht zu verbauen. Diese wurden ausgebaut, schadstoff- und konstruktiv saniert und wieder eingebaut. Ebenfalls wurde die ehemalige Prallwand aus Holz ausgebaut, saniert und Brett für Brett gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes montiert. Dadurch bleiben die charakteristischen Eigenschaften der ehemaligen Turnhalle erlebbar. Neben der Erhaltung der alten Wandverkleidungen ergänzen die neuen Zwischenwände in Sichtbeton das Erscheinungsbild im Inneren.
Neben den Arbeiten am Gebäude werden die Außenanlagen erneuert. Der Haupteingang der Schule wird überarbeitet, wobei die Mosaik- und Pflasterflächen in ihrer Anordnung aufgrund des Denkmalschutzes bestehen bleiben. Zusätzlich runden Hochbeete das Gesamtbild des Haupteingangs ab. Bei den Arbeiten wurde zudem in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Grünflächen auf den Schutz der bestehenden Bäume und der Wurzeln geachtet. Weitere Flächen des Schulhofes werden ebenfalls erneuert und bieten den Schülerinnen und Schülern künftig Möglichkeiten zum Spielen, zum Aufenthalt, sowie zur Unterbringung der Fahrräder.
Abgeschlossen wird der Leistungsumfang durch die Errichtung mehrerer Versickerungsanlagen im Bereich der Außenanlagen. Durch Rigolen versickert das anfallende Wasser in das Grundwasser und muss nicht in den Kanal eingeleitet werden.
Das Projekt strebt eine DGNB-Zertifizierung „Nachhaltige Baustelle“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an.
Kenndaten
- Grundstücksfläche (GF): 1.052,50 m²
- Brutto-Rauminhalt (BRI): 5.324,00 m³
- Brutto-Grundfläche (BGF): 1.324,00 m²
- Obergeschosse: 2 Geschosse
- Untergeschosse: 1 Geschoss