ConCIRCLE: Digitale Lösungen für die Wiederverwendung von Stahlbeton im Bestand

13.05.2026
Das Innovationsprojekt „ConCIRCLE“ wurde im Technologieprogramm „GreenTech Innovationswettbewerb“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aus über 200 eingereichten Projektideen zur Förderung ausgewählt.
Gruppenfoto Innovationsprojekt ConCIRCLE © Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
© Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

ConCIRCLE: Digitale Lösungen für die Wiederverwendung von Stahlbeton im Bestand

Das Innovationsprojekt „ConCIRCLE“ (Constructing Circular Intelligence for Reinforced Concrete Life Extension) wurde im Technologieprogramm „GreenTech Innovationswettbewerb“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aus über 200 eingereichten Projektideen zur Förderung ausgewählt. Ziel des Projekts ist es, mithilfe digitaler Lösungen zentrale Hemmnisse bei der Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen im Bestand zu überwinden.

Hemmnisse in der Praxis gezielt überwinden

Die Wiederverwendung von Bauteilen („Reuse“) ist ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. In der Praxis bleibt sie bislang jedoch häufig hinter ihren Möglichkeiten zurück. Gründe dafür sind vor allem:

Hier setzt ConCIRCLE an: Gemeinsam mit der TPA sowie den Konsortialpartnern Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), Concular und dem Deutschen Beton- und Bautechnik Verein (DBV) entwickelt die Ed. Züblin AG als Anwendungspartnerin im Zeitraum von 2026 bis 2029 digitale Lösungen und praxisnahe Standards für die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen.

Von der Bestandserfassung bis zum Wiedereinbau

Im Fokus steht die Optimierung des gesamten Prozesses – von der ersten Datenerhebung bis zur Planung des Wiedereinsatzes:

Die Entwicklungen berücksichtigen zudem aktuelle regulatorische und technologische Rahmenbedingungen – darunter neue Normen (z. B. DIN SPEC 91484), rechtliche Anforderungen sowie zukünftige Digitale Produktinformationssysteme und digitale Produktpässe (DPP).

Ein zentraler Baustein hierfür sind bereits heute verfügbare Leistungen im Bereich digitaler Bestandserfassung, wie der BESTAND CHECK. Mit modernen Methoden werden Bestandsgebäude systematisch erfasst, analysiert und bewertet – eine wesentliche Grundlage, um Potenziale für Erhalt, Weiterentwicklung und künftig auch für die gezielte Wiederverwendung von Bauteilen zu identifizieren.
ConCIRCLE baut auf diesen Ansätzen auf und entwickelt sie konsequent weiter, um Reuse-Prozesse digital zu unterstützen und in die Praxis zu überführen. 

Integration in digitale Planungsprozesse

Ein wesentliches Ziel von ConCIRCLE ist die Verknüpfung von Wiederverwendung und digitaler Planung. Bauteile mit entsprechendem Reuse-Potenzial sollen künftig:

Dadurch entsteht eine durchgängige digitale Prozesskette – von der Bestandserfassung bis zum Wiedereinbau.

Gruppenfoto Innovationsprojekt ConCIRCLE © Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Von Links nach rechts: Dominik Campanella (Geschäftsführer/Mitgründer Concular), Stefan Holtkämper (Ed. Züblin AG, Zentrale Technik), Hanna Bonekämper (Karlsruher Institut für Technologie), Susanne Urban (Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E. V.), Moritz Diener (Karlsruher Institut für Technologie)

Gefördertes Forschungsprojekt mit Demonstrator

Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 2,35 Mio. EUR. Die Beteiligung der TPA der Ed. Züblin AG wird mit etwa 170.000 EUR gefördert.
Zum Ende der Projektlaufzeit ist die Umsetzung eines Demonstratorprojekts geplant, in dem die entwickelten digitalen Technologien unter realen Bedingungen erprobt werden.

Kreislaufwirtschaft im Bestand als Zukunftsthema

ConCIRCLE ist Teil der strategischen Weiterentwicklung hin zu einer skalierbaren Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Dabei zeigt sich zunehmend:
Die Wiederverwendung von Bauteilen ist nicht nur ein ökologischer Ansatz, sondern bietet auch konkrete wirtschaftliche Vorteile – etwa durch Ressourcenschonung, geringere Materialabhängigkeiten und neue Wertschöpfungspotenziale im Bestand.

concircle.tech

Projektschaubild ConCIRCLE © ZÜBLIN

BESTAND BEYOND in der Umsetzung

Das Projekt zahlt direkt auf die Ziele von BESTAND BEYOND ein: den Gebäudebestand als zentrale Ressource zu verstehen und systematisch weiterzuentwickeln.
ConCIRCLE zeigt, wie sich durch Digitalisierung, Standardisierung und neue Prozesse zirkuläres Bauen im Bestand konkret umsetzen und in bestehende Planungs- und Bauabläufe integrieren lässt. Dabei wird an bestehende Leistungen wie den BESTAND CHECK angeknüpft: Was heute die fundierte Datengrundlage und Bewertung des Bestands liefert, wird durch ConCIRCLE konsequent weitergeführt – hin zur konkreten Identifikation, Bewertung und Integration von wiederverwendbaren Bauteilen in neue Nutzungskonzepte.

Weitere Informationen

Website und Projektinformationen: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt